Die Ausschusssitzung war am 9. Juni 2026 ungewöhnlich gut besucht mit mehr als 30 Einwohnenden, die die Möglichkeit nutzten an der öffentlich Sitzung des Ausschuss für Straßen, Verkehr und Grünflächen unter Vorsitz von Jens Hungerecker (SPD) teilzunehmen. Die meisten kamen wegen Tagesordnungspunkt 6 - Einrichtung einer Einbahnstraße (Verkehrszeichen 220 beziehungsweise 267 - Verbot der Einfahrt) für die Straße An der Bahn im Abschnitt zwischen Einmündung Dorfstraße und der Einmündung In der Twiete

Der Vorsitzende Jens Hungerecker bot dann auch gleich zu Beginn der Sitzung an, zusätzlich zur normalen Einwohnerfragestunde, die Sitzung an diesem Tagesordnungspunkt zu pausieren um den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zu geben ihre Fragen passend zum Tagesordnungspunkt zu stellen. Dies wurde so angenommen.

Zunächst stand jedoch der Tagesordnungpunkt 5 mit der Vorstellung der Premiumradroute für das Segment Adendorf an. Hierzu war der Projektplaner Herr Blume vom beauftragten Planungsbüro Ramboll gekommen. Er zeigte die finale Entwurfsplanung für die beiden Varianten der Premiumroute auf dem Gebiet der Gemeinde Adendorf: Der Adendorfer Teil soll für Radfahrer, aus dem Lüner Holz kommend in die Lindenweg führen, weiter über den Suren Winkel durch die Teichaue auf den Scharnebecker Weg führen und die Lücke zum schon ausgebauten Premiumradweg von Bahnbrücke Adendorf bis Scharnebecker Schiffshebewerk schließen. Die vorgestellten Planung verheißen Förderfähigkeit bis zu 90% durch verschiedene Bundesfördertöpfe, die nur eine geringe Bindungszeit von 5 Jahren haben. Der Sure Winkel würde dann saniert werden ohne Kosten für die Anwohnenden und zur Tempo 30 Zone mit Fahrbahnverengungen, wie sie in den Niederlanden üblich sind: ohne Behinderung des Fahrradverkehrs. Die Besprechung dieses Tagesordnungspunkte dauerte dann bereits über eine Stunde, mit einer Beschlussempfehlung für den Verwaltungsausschuss, diesen durchzuführen, falls eine Förderung tatsächlich bewillgt wird.

Dann wurde die Sitzung unterbrochen und für die Einwohnenden insbesondere den Anliegern des neuen Bahnhaltepunkts Adendorf geöffnet. Zahlreiche Wortmeldungen zeigten zahlreiche Anliegen auf: gefährliches Parken des Schienenersatzverkehrs an der Dorfstraße, allgemeine Sorge von nicht ortsansässigen Parkern, ein Fall von Abschleppen wegen Behinderung des Linienbusverkehrs in der Kastanienallee, Urlaubsparker in der Blumengasse, Müll entlang des Schienenersatzverkehrsumstiegweges, fehlende Sorgfalt im Straßenverkehr, Fahren entgegen der Einbahnstraße, neue Lärmquellen; dazu kamen offene Fragen zur Lastenverteilung hinsichtlich der Straßenausbausatzung, der Parkplatzplanung und der Einbahnstraßenregelung und Auswirkungen auf weitere Anwohnstraßen, neben der Straße An der Bahn. Die Verwaltung stellte klar, dass die Bahn verschiedene Planungsänderungen vorgenommen hat, ohne die Gemeinde zu informieren. Der Schienenersatzverkehr kam auch für die Gemeinde überraschend, die Eröffnung des Bahnhaltepunktes sollte eigentlich erst mit Beendigung der Bauarbeiten stattfinden und es war geplant die Arbeiten, die die Gemeinde im Bahnhofsumfeld zu übernehmen hat, parallel stattfinden können; dass war dann mit Beginn der Arbeiten durch die Bahn ausdrücklich untersagt worden. Bürgermeister Thomas Maack nahm die konkreten Zustände auf und versprach eine weitere Ortsbegehung und Sensibilisierung der Polizei und des Ordnungsamtes. Thomas Maack betonte auch nochmal die gegenwärtige Lage sei noch nicht erkenntnisgewinnend, die Lage nach Fertigstellung müsste zunächst bewertet werden. Allgemeinen zustimmenden Applaus gab es als ein Anwohnender diese Feststellung aufnahm und Vorschlug die Regelung Einbahnstraße erst vorzunehmen, wenn entsprechende Erkenntnisse vorlägen.

So wurde es dann auch vom Ausschuss beschlossen. Zum jetzigen Zeitpunkt soll keine dauerhafte Einbahnstraßenführung eingeführt werden. Der entsprechende Antrag der Verwaltung wurde abgelehnt.

Die Ausschusssitzung wurde danach für fünf Minuten unterbrochen. Die meisten Gäste verließen dann auch die Sitzung, die bis weit nach 23 Uhr lief. Die Ausschussmitglieder berieten sich dann noch ausgiebig zu den weiteren Tagesordnungpunkten. Trotz der fortgeschrittenen Stunde wurden auch zahlreiche schriftliche und mündliche Anregungen und Fragen erörtert.

Am guten Ende dieser Marathonsitzung freuten sich dann auch alle auf die Nacht.